Mit Freude verkünde ich den Start meines Blogs! Einmal im Monat will ich Eltern, Lehrpersonen und anderen, die mit Kindern zu tun haben, Tipps aus dem Reichtum der Erziehung in Beziehung («Positive Discipline» auf Englisch) weitergeben. Ich werde Juwelen von Jane Nelsen, der Gründerin von Positive Discipline, übersetzen. Ich bin sehr begeistert von dieser wunderbaren Frau und teile ihre hilfreichen Gedanken über tag-tägliche Themen mit Vergnügen mit. Für die, die ihre Worte lieber in der original Fassung lesen möchten, ist hier der Link: Control your behavior Blogpost

Und jetzt: Jane Nelsen. Geniesse die Lektüre!​

​Die Erziehung in Beziehung hat viele «Werkzeuge», die wir Erwachsenen einsetzen können. Eines davon heisst «Kontrolle über dein Verhalten ». Das ist manchmal leichter gesagt als getan! Hast du nicht auch schon, so wie ich, die Kontrolle über dein Verhalten gegenüber deinen Kindern verloren? Glücklicherweise können wir ein anderes Eltern-Werkzeug, nämlich „Fehlerbehebung“, verwenden, um nach einem Kontrollverlust über unser Verhalten die Beziehung wiederherzustellen. Aber es ist immer besser, wenn wir Wege finden, damit wir überhaupt gar nicht erst die Kontrolle verlieren.

​Mit dem Werkzeug „ Kontrolle über dein Verhalten “ bekommen wir drei Vorschläge:

1. Erstelle deinen eigenen speziellen Auszeitbereich [i]

und teile deinen Kindern mit, wenn du ihn benötigst. Einige Eltern fühlen sich mit dieser Lösung nicht wohl, insbesondere im Umgang mit jüngeren Kindern. Wenn deine Kinder jedoch älter sind und du das Thema der positiven Auszeit mit den Kindern schon im Voraus besprochen hast, kann es sehr effektiv sein. Es ist fast unmöglich, Probleme in Konfliktzeiten zu lösen, wenn sowohl das Kind, als auch die Eltern die Kontrolle über sich verloren haben. Dann sind die Ergebnisse Distanz und verletzte Gefühle. Normalerweise gefolgt von Schuldgefühlen. Lasse deine Kinder wissen, dass du eine Auszeit nimmst. Entferne dich aus der Situation und festige dich emotional, bevor du versuchst das Problem zu lösen. Es ist deine Sache, wie du deine Auszeit nimmst. Vielleicht gehst du in dein Zimmer. Vielleicht gehst du spazieren. Oder du rufst einen engen Freund/einer enge Freundin an und besprichst das Problem. Für was auch immer du dich entscheidest: es ist wichtig dir Zeit zur Beruhigung zu nehmen, bevor du das Problem angehst.​

​2. Wenn du die Situation nicht verlassen kannst, zähle auf 10 oder atme tief durch.

Dies ist eine gute Lösung wenn du jüngere Kinder hast oder die Situation deine Anwesenheit erfordert. Es ist auch in Ordnung mitzuteilen, was du fühlst: «Ich bin gerade so wütend, dass ich mich beruhigen muss, bevor wir reden.» Kinder müssen wissen, dass das, was sie fühlen immer in Ordnung ist, aber dass das, was sie tun nicht immer in Ordnung ist. Wenn du deine Gefühle teilst und nicht aus ihnen heraus handelst, bist du ein gutes Vorbild und machst deine Kinder nicht für deine Gefühle verantwortlich. Vermeide es zu sagen: «Du machst mich so wütend.»

​3. Wenn du Fehler machst, entschuldige dich bei deinen Kindern.

Kinder können wunderbar verzeihen, wenn wir uns die Zeit nehmen, uns aufrichtig zu entschuldigen nachdem wir die Kontrolle verloren haben. Während meinen Vorlesungen frage ich: «Wie viele von euch haben sich bei einem Kind entschuldigt?» Jede Hand geht nach oben. Ich frage dann: «Was sagen sie?» Die universelle Antwort von Kindern, die von Eltern um Verzeihung gebeten wurden, lautet: «Ist in Ordnung.»

​​Durch die Entschuldigung hast du eine Verbindung hergestellt (Nähe und Vertrauen). In dieser Atmosphäre kannst du gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Du hast erneut gezeigt, dass Fehler Lernmöglichkeiten sind und du dich anschliessend auf Lösungen konzentrieren kannst.

Um zu zeigen, dass wir alle Fehler machen, hat Jane von einem Erlebniserzählt, bei dem sie sich einmal nicht im Griff hatte. Sie war so wütend auf ihre Tochter, dass sie ihr gesagt hat: «Du bist ein verzogenes Gör!». Die Tochter ist in ihr Zimmer gerannt und sagte bevor sie die Tür zu schletzte: «Komme ja nicht in mein Zimmer, um ‘Es tut mir leid’ zu sagen!» Jane ging aber trotzdem nach einer Weile zur Tochter ins Zimmer, wo die Tochter das Buch von Jane in den Händen hatte und ganze Stellen durchstrich und in den Rand «Lügnerin!» schrieb. Am Schluss konnten sie sich trotzdem wieder versöhnen. Jane erzählt diese Geschichte in einer Audioaufnahme. Es ist sehr unterhaltsam, wenn du etwas Englisch verstehst. Auf diesen Link klicken und dann bis fast ganz unten scrollen. Jane Nelsen and her daughter

mit lieben Grüssen KC