Neulich kam eine Frage in einem Elternkurs auf, die ich recht lehrreich finde und die ich heute mit euch teilen möchte.

Die Situation: Die Eltern wollen etwas
wichtiges mit dem Kind besprechen und das Kind weicht aus in dem es davonläuft.

Die Frage: Wie sollen die Eltern reagieren? Sie wollen (und können) das Kind nicht zu einem Gespräch zwingen und wollen auch nicht, dass das Kind lernt, das es mit diesem Verhalten Macht und Erfolg gewinnt.

Überlegen wir uns, was wir schon von der Erziehung in Beziehung wissen. Wie kann uns Positive Discipline helfen, das Kind zu verstehen, damit wir eine zielführende Handlung finden? Wir sehen das Verhalten, also die Spitze des Eisbergs. Können wir auf den (wahrscheinlich unbewussten) Beweggrund kommen?

Irgendwie muss das Kind denken, dass etwas Unangenehmes passieren wird, wenn es fürs Gespräch bleibt. Es glaubt nicht, dass es ein Gefühl von Zugehörigkeit und Wichtigkeit erleben wird, und läuft lieber weg. Es ist entmutigt. Kann uns die Tabelle der falschen Ziele helfen? Wie können wir das Kind so ermutigen, dass es vertraut, dass so ein Gespräch eher aufbauend sein wird? Wahrscheinlich braucht es Zeit und neue Erfahrungen, die es dem Kind beweisen.

Gespräche müssen nicht bedeuten, dass das Kind sich nachher getadelt fühlt, sondern dass seine Meinung gefragt wird, dass seine Gefühle verstanden werden und dass alle (auch die Erwachsene) respektvoll und liebevoll behandelt werden. Ein Kind, das davonläuft, glaubt das noch nicht. Der regelmässige Familienrat, mit vielen Wertschätzungen können ein Anfang sein. Vielleicht sollen im Familienrat eine Zeit lang keine Probleme von den Eltern gebracht werden, sondern nur von den Kindern. Und wenn die Kinder keine bringen, gibt es trotzdem die Komplimentenrunde, Organisatorisches, und am Schluss auf jeden Fall etwas Schönes – ein Spiel zum Beispiel.

Aber was macht man jetzt, in dem Moment als das Kind davonläuft? Vielleicht sagen,
«Ich sehe, dass du nicht bereit bist, jetzt darüber zu sprechen. Das kann ich respektieren.»
Und nachher darauf zurückkommen, wenn man merkt, dass das Kind gut drauf ist.
“Ich brauche deine Hilfe, um das Problem, das wir hatten, zu lösen. Du hast oft gute Ideen. Was denkst du, wie wir mit der Situation in Zukunft anders umgehen könnten?»
Sagt das Kind, «Keine Ahnung» kann man fragen,
«Ich hätte eine Idee – möchtest du sie hören?»

Das nächste Mal kann man das Davonlaufen vielleicht vorbeugen mit der Frage: «Bist du bereit, jetzt darüber zu reden?»

In diesem Blog geht es um die Grundidee der Positive Discipline, «entmutigte Kinder sind störende Kinder». Das störende Verhalten können wir als Aussage des Kindes verstehen:
«Es geht mir nicht gut. Ich bin entmutigt und möchte dazugehören.»
Es dann zu bestrafen oder zu tadeln – so schlimm das Verhalten war – wird das Kind umso mehr entmutigen und uns umso weiter von den Zielen, die wir für unsere Kinder haben, bringen.